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Juni war sehr sonnig

[02.07.2022]

Der Juni ist in Deutschland viel sonniger aus­ge­fallen als üb­lich. Trocken­heit und Wärme waren daher die Folge.


Immer wieder gab es heftige Gewitter mit Starkregen, doch nicht in allen Regionen kam viel Regen an. Die geringe Bewölkung hat in weiten Teilen Deutschlands zu deutlich höheren Temperaturen und niedrigen Regensummen geführt.


In Thüringen gab es mit gut 87 Stunden das größte Plus an Sonnenstunden. Den meisten Sonnenschein hingegen gab es nebenan in Sachsen-Anhalt. Dort wurden fast 293 Stunden registriert. Aber auch in den übrigen neuen Bundesländern schien die Sonne besonders lang. In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein zogen die meisten Wolken durch. Mit 263 Sonnenstunden war es im Norden am dunkelsten. Dennoch wurde im nördlichsten Bundesland noch ein Plus von gut 55 Stunden verzeichnet.


Weniger Wolken, weniger Möglichkeiten für Regen. In den östlichen Bundesländern lag das Defizit meist zwischen 23 und 34 Liter pro Quadratmeter. In Thüringen fehlten im Durchschnitt 34,6 Liter. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg fehlte am wengisten. Dort zogen viele Gewitter mit Starkregen durch und sorgten für ein Defizit von nur 6,3 bzw. 1,8 Liter pro Quadratmeter.


Weniger Wolken führen im Sommer auch zur verstärkten Aufheizung der unteren Luftschichten. Daher stiegen die Temperaturen durchweg über die üblichen Werte. In Sachsen-Anhalt und Brandenburg lagen die Temperaturen am höchsten. 19,2 bis 19,46°C wurden dort gemessen. Auch das klimatische Plus nahm dort auf 2,9 bis 3°C am meisten zu. In Sachsen und Bayern wurde sogar jeweils ein Plus von 3,1°C erreicht. Am kühlsten blieb es in Schleswig-Holstein. Mit einem Plus von nur 1,3°C war es dort im Durchschnitt 16,2°C warm.


Deutschlandweit wurde eine Temperatur von 18,3°C registriert. Gegenüber dem Klimazeitraum 1981 bis 2010 war es damit 2,6°C zu warm. Und der Juni 2022 war schon das 9. Jahr infolge, das zu warm ausfiel. Drei Jahre davon waren deutlich zu warm. Regen gab es im Schnitt 56,2 Liter pro Quadratmeter. Das Defizit von 21,5 Litern trat jedoch nicht besonders kritisch hervor. Es ist in diesem Falle eher das Problem, dass seit Monaten zu wenig Regen fällt und die Jahre zuvor auch recht trocken ausfielen.


Die Sonnenscheinstunden hatten schon in den letzten Jahren immer wieder hohe Werte angenommen. Vor allem 2018 bis 2020 fielen sehr sonnig aus. Der Juni diesen Jahres trägt mit einem Plus von 75,2 Stunden erneut dazu bei, nachdem der März mit einem Plus von 121,3 Stunden bereits mit Abstand der sonnigste März seit 1951 wurde.


Die anhaltende Trockenheit sorgt vor allem in den neuen Bundesländern für große Probleme. Aber auch im Westen und Süden Deutschlands sieht es wieder schlechter aus. Auch die Flusspegel können sich nur vorübergehend etwas erholen. Aus aktueller Sicht ist zwar in den nächsten Tagen etwas Regen unterwegs, aber nur im Voralpenraum. Erst am Donnerstag ziehen von Westen her wieder Schauer und Gewitter auf, die örtlich unwetterartig werden können.


Redaktion meteo.plus