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La Niña die Dritte?

[06.09.2022]

Im Ostpazifik bleiben die Was­ser­tempe­raturen wei­ter­hin un­ter den Nor­mal­wer­ten. Geht nun die La Niña in die dritte Runde?


Im Ostpazifik spielt sich eher Ungewöhnliches ab: Die Wassertemperaturen bleiben nicht nur weiterhin unter den klimatischen Mittelwerten, sondern gehen sogar erneut zurück. Zu den letzten beiden Jahreswechseln gab es bereits jeweils eine La Niña. Kommt nun die Dritte in Folge?


In den letzten beiden Monaten reduzierte sich der negative Index der ENSO. Doch im August sackte er erneut ab. Von -0,70 ging er auf -0,96 zurück. Schon die Erholung nach dem Jahreswechsel hatte einen untypischen Verlauf. In welche Richtung deutet nun der aktuelle Trend?


Die Wahrscheinlichkeit ist recht groß, dass sich zum kommenden Jahreswechsel erneut eine La Niña einstellt. Außergewöhnlich wäre das nicht. Auch nach dem starken El Niño von 1997/98 ging es rund drei Jahre in den negativen Bereich und läutete damit weltweit eine vorübergehende kühle Phase ein. Auch Mitte der 1970er und 1950er Jahre gab es sehr ähnlich Situationen.


Sollte sich zum kommenden Jahreswechsel eine weitere La Niña ausbilden, würde dies die weltweite Temperatur weiterhin in ihrem Erwärmungstrend ausbremsen. Der Anstieg des Meeresspiegels geht bereits wieder langsamer voran, auch wenn dieser Trend erst von kurzer Dauer ist. Doch der alljährliche Rückgang in der ersten Jahreshälfte liegt etwas unter dem durchschnitt­lichen Trend der letzten 5 Jahre.


Auch wenn die weltweiten Durchschnitts­temperaturen durch eine dritte La Niña in Folge weiter ausgebremst würden, bedeutet dies für die Zukunft nichts Gutes. Denn bisher hat jeder große El Niño einen deutlichen Temperatur­sprung nach oben erzeugt. Und der nächste dieser Art wird mit Sicherheit kommen.


Redaktion meteo.plus