Vermutlich von 1652 bis 1658 beobachtete Mauritius Knauer (1613 - 1664), Abt des Klosters Langheim, intensiv das Wetter in Franken und erstellte Wettervorhersagen. Diese fasste er im Calendarium oeconomicum practicum perpetuum zusammen, um die Landwirtschaft für ihn und seine Mönche zu optimieren.
Grundlage seiner Vorhersagen war die Astrologie. Daher ging er davon aus, dass sich das Wetter auf Basis der Planeten alle 7 Jahre mehr oder weniger wiederholte bzw. sich verschiedene Jahre bestimmten Konstellationen zuordnen ließen. Unvorhersehbare Himmelserscheinungen wie Finsternisse oder Kometen konnten zu Abweichungen im normalen Ablauf sorgen.
Um 1700 wurde dieser Kalender vom Arzt Christoph von Hellwig als 100 Jahre alter Kalender dargestellt und entsprechend vermarktet. Erst dadurch wurde er weithin bekannt.
Die Meteorologie bietet für diese Art von Vorhersagen keinerlei Grundlage. Dennoch erscheinen die Prognosen des 100-jährigen Kalenders traditionell immer wieder in verschiedenen Bauernkalendern.
Im folgenden sind die Vorhersagen aller 12 Monate des Jahres 2026 aufgelistet. So kann der Leser und ggf. Anhänger dieser Prognosen diese mit dem Wettergeschehen vergleichen und sich selbst ein Bild über deren Zuverlässigkeit und Treffsicherheit machen.
Januar:
Der Monat beginnt mit großer Kälte, nach der ersten Woche kommt Schnee hinzu. Zur Monatsmitte hin wieder kälter, doch dann kommt Schnee und Regen auf. Die letzte Woche wird mild.
Februar:
In den ersten Tagen ist es trüb. Danach wird es windig und sehr kalt. Ab der Mitte des Monats deutlich wärmer und regnerisch. Erst am Ende kommt noch einmal Wind und Schnee.
März:
Im ersten und zweiten Drittel ist es kalt. Im letzten Drittel wird es trüb und unbeständig. Es regnet viel.
April:
Die erste Monatshälfte wird kalt und trocken. Das Wetter ist unangenehm. Mitte des Monats ist mit einem Kälteeinbruch zu rechnen. Ab dem 18. nach und nach wärmer. Dem freundlichen Wetter gesellen sich erste Gewitter hinzu.
Mai:
In den ersten vier Tagen schön und warm. Dann folgen wenige Tage windiges und rauhes Wetter. Bis in die Mitte des Monats warm und trocken. Plötzliche Kälte mit Frost leitet eine trockene und schöne Zeit ein.
Juni:
Der Monat beginnt noch schön, doch es stellt sich schnell Regenwetter ein. Im zweiten Drittel kurzzeitig trotz Nebel schön. Um die Mitte des Monats wieder Regenwetter. Gewitter und Regen leiten eine Phasae mit Schönwetter ein.
Juli:
Der Juli beginnt mit großer Hitze, die von Gewittern und Regen abgelöst wird. Zur Mitte des Monats nimmt der Regen zu. Erst in den letzten Tagen wird Gewitter und sehr warm.
August:
Der August fängt erneut mit großer Hitze an, wird aber schnell von windigem Regenwetter abgelöst. Dieses wird nur selten von schönen Tagen unterbrochen. Erst am Ende wieder freundlicher und warm.
September:
Im ersten Drittel setzt sich das schöne Wetter fort, wird aber zeitweise von starkem Regen und Gewittern unterbrochen. Im zweiten Drittel wird es freundlich. Das letzte Drittel wird sehr durchwachsen und schließt mit starkem Regen ab.
Oktober:
Der Monat beginnt mit Regenwetter. Nur wenige Tage sind schön und warm. Auch zur Monatsmitte ein paar wenige freundliche Tage, doch meist ist es verregnet. In der letzten Woche wieder freundlicher, aber dann auch neblig und trüb.
November:
Der November beginnt schön. Nachdem Wind aufkommt, endet die erste Woche mit Regen. Bis zur Mitte des Monats wieder schöner, zeitweise aber auch neblig und trüb. Nach Frost wird es trüber und es friert häufig. Die letzten Tage werden sehr verregnet.
Dezember:
Es fällt viel Schnee und bleibt bei Wind ungemütlich. Nach der ersten Woche wird es sehr kalt. In den letzten zehn Tagen bleibt der Schnee zunehmend liegen und es folgt ein eisiges Monatsende.